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Johann-Heinrich Alsted

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Johann Heinrich Alsted

Johann Heinrich Alsted wurde Mitte März 1588 als erstes Kind des Pfarrers Jakob Alsted in Ballersbach im Dillkreis geboren. Bis zum April 1599 lebte er dort und anschließend im benachbarten Bicken, wo sein Vater bis zu seinem Lebensende 1622 wirkte.
Nach Vorbereitung durch seinen Vater wurde Johann Heinrich am 01.10.1599 in die Tertia des Pädagogiums in Herborn aufgenommen. Schon am 02.10.1602 erfolgte seine Immatrikulierung als Student der Hohen Schule unter der Nummer 934. Durch ein Stipendium seines Landesherrn konnte er nach Abschluß seiner Studien 1606 seine "akademische Wallfahrt" ausfahren, einen zweijährigen Besuch der Universitäten Marburg, Heidelberg, Straßburg und Basel, und außerordentlich gefördert 1608 zum Dienst in die Anstalten zurückkehren, denen er die Grundlagen seiner Bildung verdankte.
Etwa 1615 heiratete Alsted die Tochter Anna Katherine des berühmten ersten akademischen Druckers Christoph Rab (Corvinus) in Herborn. Der Ehe entsprossen zwei Söhne und zwei Töchter. Durch Kriegseinwirkungen, den großen Stadtbrand vom 20. August 1626, immer stärkere Abnahme der Studenten und Beschlagnahme der Einkünfte der Hohen Schule durch Kurtrier war eine Fortdauer der Anstalt unmöglich gemacht. Aus dieser äußeren und inneren Not, die auch Alsted schwer traf, war der Ruf des Fürsten Gabriel Bethlen von Siebenbürgen, der in Stuhlweißenburg eine reformierte Lehranstalt nach dem Muster der Herborner Hohen Schule einrichten wollte, für ihn eine Erlösung. Sein Landesfürst, Graf Ludwig Hinrich von Nassau-Dillenburg, gab ihm nach langem Zögern am 12.8. 1629 eine ehrenvolle Entlassung mit dem Vorbehalt, daß er nach Kriegsende zurückkehre. Am 15. September 1629 verließ Alsted mit Johann Heinrich Bisterfeld und Philipp Ludwig Piscator Herborn, "seine Bildungsstätte, die Wiege seines Ruhms, die Heimat seiner Gattin". Seine Familie begleitete ihn. Nicht leichten Herzens verließen sie ihre Heimat. "Für Calvinisten, wie Piscator und Alsted, gab es kein Besinnen, dort zu helfen, wo ihrer Kirche die Hilfe am nötigsten war."
In Stuhlweißenburg las Alsted als Hauptfach Philosophie. Doch ist nicht anzunehmen, daß er sein Lieblingsfach Theologie ganz aufgegeben hat. 1635 wurde sein letztes umfangreiches Werk, ein Buch von über 1100 Seiten in Folio mit dem (verdeutschten) Titel "Vorläufer des Triumphs der Religion" in Stuhlweißenburg gedruckt. An der Synode in dieser Stadt im Jahre 1634 hat er Anteil genommen.
Am 9. November 1638 ist Johann Heinrich Alsted in Stuhlweißenburg, erst fünfzig Jahre alt, gestorben.

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